Felix bei Siemens in Moskau

Im Rahmen meines Studiums war es notwendig ein Praktikum zu absolvieren. Dies war sowohl entscheidend für eine Note, als auch ein wichtiger Teil für die Persönlichkeitsbildung und der späteren Jobsuche. Viele meiner Freunde haben mir schon von tollen Praktika berichtet, also versuchte ich ein Praktikum bei einem großen, repräsentativen Unternehmen zu bekommen. Da sich bei mir eine Affinität zu Russland entwickelt hatte, ich aber noch gar nicht so viel russisch konnte, habe ich es bei Siemens in Moskau versucht – und es hat geklappt. Siemens hat Unternehmenssitze in 189 Ländern auf der ganzen Welt.

Da vor einiger Zeit Deutschland in noch nicht so vielen Ländern eine Botschaft hatte, war immer Siemens der erste Anlaufpunkt, wenn die Politiker in ferne Länder reisten. So sollte Siemens mein Anlaufpunkt in Moskau werden. Die Ankunft – kaum angekommen, wurde ich schon herzlich empfangen. Es war spät abends und ich war eigentlich recht müde, doch das Erste, was wir gemacht haben, war eine Autofahrt durch Moskau und bis zum roten Platz. Ich war sofort tief beeindruckt von der Stadt und der Kulisse.

Der erste Tag – Um mich nun bei Siemens anzumelden, musste ich etwas suchen, denn das erste Mal in solch einer gigantischen Stadt (25 Mio. Einwohner) da kann man schnell verloren gehen. Als ich nun endlich aber immer noch pünktlich in der Zentrale ankam, mussten Dokumente über Dokumente unterschrieben werden. Ich habe geschätzte 80 Unterschriften getätigt, um zu versichern, dass ich wirklich ich bin bis hin zu allen möglichen Datenschutzrichtlinien und Geheimhaltungsverpflichtungen. Über die Verspätung der Personalverantwortlichen wurde kein Wort verloren, obwohl ich geschlagene eineinhalb Stundenwarten musste. Was dann übrigens fast immer so war, wenn man etwas wollte. In Russland habe ich vor allem gelernt zu warten. Ich dacht in Deutschland herrscht viel Bürokratie, doch im Vergleich zu Russland ist Deutschland ein Waisenknabe,und das in jeglicher Hinsicht. Den Rest des Tages hatte ich dann frei und konnte die Stadt erkunden. Kein schlechter erster Arbeitstag.

Das Team – Am kommenden Tag musste ich in ein anderes Gebäude, wo ich dann auch mein Team kennenlernte. Mit diesem Team zusammen habe ich viele Aufgaben gelöst, was ein großer Spaß war und ich der Meinung bin viel gelernt zu haben. So haben wir zum Beispiel ein Landeskonzept entwickelt, wie eine optimierte Verrechnung der internen Unternehmensprozesse zwischen Russland und Deutschland, beispielsweise ohne größere Wechselkursschwankungen erbracht werden kann. Ich habe meine Leidenschaft für das Controlling voll entdeckt und will darin jetzt auch meine Bachelorarbeit schreiben und wenn es klappt, dann möchte ich auch später für ein Unternehmen im Bereich Controlling arbeiten.

Sowohl Siemens, als auch Russland haben mich strak geprägt und ich durfte Erfahrungen machen, auf die ich mein ganzes Leben zurückgreifen werde. Somit ist Siemens Russland ist nicht nur ein Unterpunkt auf meinem Lebenslauf, diese Erfahrungen haben mich sicherer gemacht, in allem was ich anpacke. Und Russisch ist für mich nun kein großes Problem mehr. Ich habe viele Freunde dort gefunden und kann mir vorstellen, für die Zukunft öfter in Moskau zu sein.

Erfahrungsberichte

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